hanf-infos.at - Ihr Online Magazin rund um Hanf & CBD

Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Person hält sich die schmerzende Schläfe

Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Gesundheitsbeschwerden überhaupt: Österreichische Studien finden bei über 56 Prozent der Befragten episodische und bei rund 38 Prozent chronische Kopfschmerzen, rund 10 Prozent der Bevölkerung sind zusätzlich von Migräne betroffen – Frauen dabei etwa dreimal so häufig wie Männer. Nicht jeder Kopfschmerz braucht sofort eine Tablette: Ein Großteil der gelegentlichen, spannungsbedingten Kopfschmerzen lässt sich mit einfachen, gut nachvollziehbaren Maßnahmen lindern – vorausgesetzt, man kennt die eigene Ursache einigermaßen.

Migräne oder Spannungskopfschmerz? Der Unterschied entscheidet

Die hier vorgestellten Hausmittel wirken vor allem gegen den klassischen Spannungskopfschmerz – einen dumpfen, drückenden Schmerz, der sich oft wie ein Schraubstock um den Kopf anfühlt und bei leichter Bewegung an frischer Luft eher besser wird. Migräne ist damit nicht zu verwechseln: Sie äußert sich meist einseitig, pochend bis hämmernd, geht häufig mit Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit einher und verschlechtert sich durch körperliche Aktivität statt sich zu bessern. Bei echter Migräne sind die genannten Hausmittel oft wirkungslos oder sogar kontraproduktiv (etwa ein Spaziergang bei akutem Anfall) – hier lohnt sich eine spezialisierte Abklärung, etwa in einer Kopfschmerzambulanz, statt reiner Selbstbehandlung.

Die häufigsten Auslöser zuerst behandeln

Flüssigkeitsmangel ist einer der unterschätztesten Auslöser: Ein großes Glas Wasser wirkt oft schon spürbar. Bei niedrigem Blutdruck kann ein Kaffee oder Espresso den Kreislauf ankurbeln, ein Schuss Zitronensaft dazu liefert Vitamin C. Steht dem Körper zu wenig Magnesium zur Verfügung, werden Muskeln anfälliger für Verspannungen, die wiederum Kopfschmerzen begünstigen – eine in Wasser aufgelöste Magnesiumtablette oder magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse und Hülsenfrüchte können helfen. Magnesium taucht auch in der Migräneprophylaxe auf: Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie nennt eine tägliche Dosis von rund 600 Milligramm als mögliche vorbeugende Option, stuft die Evidenzlage dafür aber ausdrücklich als begrenzt ein. In Studien zeigte sich diese Dosierung über acht bis zwölf Wochen genommen wirksamer als niedrigere Mengen – eine einzelne Tablette im akuten Anfall ersetzt diese vorbeugende, über Wochen konstante Einnahme jedoch nicht.

Kälte, Wärme und Druck

Kalte Umschlage auf Stirn, Nacken oder Schläfen wirken leicht betäubend und lindern häufig auch Begleiterscheinungen wie Schwindel. Bei spannungsbedingten Kopfschmerzen wirkt oft das Gegenteil besser: Ein warmes Kirschkernkissen oder ein heißer Wasserstrahl im Nacken lockert verspannte Muskulatur. Sanfte Druckmassage der Schläfen kann ebenfalls Linderung bringen, ebenso wie das Auftupfen von Pfefferminzöl – der kühlende Menthol-Effekt wirkt schnell und ist unterwegs praktischer als ein kalter Umschlag.

Bewegung, Atmung und Entspannung

Ein kurzer Spaziergang an frischer Luft versorgt den Körper mit Sauerstoff und lenkt vom Stress ab, der bei vielen Menschen ein zentraler Auslöser ist. Bei anspannungsbedingten Kopfschmerzen – typischerweise nach langem Sitzen mit verspannter Nacken- und Schultermuskulatur – hilft bewusstes, tiefes Atmen, um die Muskulatur zu entspannen. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind zudem die wirksamste Vorbeugung gegen wiederkehrende Kopfschmerzen.

Weidenrinde: das pflanzliche Original der Acetylsalicylsäure

Weidenrinde enthält Salicin, aus dem im Körper eine der Acetylsalicylsäure (dem Wirkstoff klassischer Kopfschmerztabletten) verwandte Substanz entsteht. Als Tee oder Extrakt ist sie ein traditionell etabliertes, mild wirkendes Mittel – bei starken oder häufigen Kopfschmerzen ersetzt sie aber keine ärztliche Abklärung, und wie bei Acetylsalicylsäure gilt Vorsicht bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen.

CBD Öl: was realistisch ist

CBD Öl wird häufig zur muskulären Entspannung bei Kopfschmerzen beworben – anders als bei Weidenrinde ist die wissenschaftliche Evidenz dafür aber dünn, und „praktisch keine Nebenwirkungen“ ist keine korrekte Beschreibung: Auch CBD kann Müdigkeit, Mundtrockenheit oder Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen. Wer es ausprobieren möchte, sollte auf ein Präparat mit unabhängigem Analysezertifikat achten und realistische Erwartungen mitbringen. Herstellung, Dosierung und mögliche Wechselwirkungen erklärt der Artikel zu CBD Öl im Detail.

Wann zum Arzt?

Treten Kopfschmerzen plötzlich sehr stark oder ungewohnt auf, kommen Fieber, Sehstörungen, Sprachstörungen oder eine steife Nackenmuskulatur hinzu, ist das ein Notfall – hier zählt jede Minute. Auch wenn Kopfschmerzen an mehr als zehn Tagen im Monat auftreten oder Schmerzmittel regelmäßig nötig sind, sollte ein Arzt die Ursache abklären, um einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz auszuschließen – dieser entsteht paradoxerweise gerade durch zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln und wird oft erst besser, wenn diese unter ärztlicher Anleitung abgesetzt werden. Ein verwandtes, harmloseres Phänomen ist der Koffeinentzugskopfschmerz: Wer täglich mehrere Tassen Kaffee trinkt und diesen plötzlich weglässt, bekommt häufig ein bis zwei Tage lang Kopfschmerzen, weil sich die Blutgefäße im Gehirn an die gefäßverengende Wirkung von Koffein gewöhnt haben.